Rezyklat-Eimer: Wann sinnvoll – und wann nicht erlaubt?

Rezyklat-Eimer gelten als nachhaltige Verpackungslösung und werden zunehmend nachgefragt. Gleichzeitig herrscht in der Praxis oft Unsicherheit: Wann dürfen Rezyklat-Eimer eingesetzt werden – und wo sind sie rechtlich nicht zulässig?

Wir bei SANDAU sehen oft, dass Rezyklat mit „immer erlaubt“ gleichgesetzt wird. Tatsächlich ist Rezyklat sinnvoll – aber nur im richtigen Anwendungsbereich . Dieser Beitrag schafft Klarheit.

Was sind Rezyklat-Eimer?

Rezyklat-Eimer werden aus wiederverwerteten Kunststoffen hergestellt, z. B. aus Post-Consumer-Rezyklat (PCR) oder Post-Industrial-Rezyklat (PIR). Ziel ist es, Ressourcen zu schonen und Kunststoff im Kreislauf zu halten.

Technisch können Rezyklat-Eimer sehr stabil sein und in vielen Anwendungen nahezu die Eigenschaften von Neuware erreichen. Entscheidend ist jedoch nicht nur die Technik, sondern vor allem der zulässige Einsatzbereich .

Wann sind Rezyklat-Eimer sinnvoll?

Rezyklat-Eimer sind bei SANDAU ausschließlich für Non-Food-Anwendungen vorgesehen. Typische Einsatzbereiche sind:

  • Farben & Lacke
  • Industrieanwendungen
  • Spezialchemie

In diesen Bereichen leisten Rezyklat-Eimer einen wichtigen Beitrag zur Nachhaltigkeit, ohne sicherheitsrelevante oder rechtliche Risiken einzugehen.

Wann sind Rezyklat-Eimer nicht erlaubt?

Trotz aller Nachhaltigkeitsvorteile gibt es klare Grenzen. Rezyklat-Eimer sind nicht zulässig für:

  • Lebensmittel
  • direkter Lebensmittelkontakt
  • Kosmetikprodukte

Hintergrund ist die rechtliche Anforderung, dass Materialien im Lebensmittel- und Kosmetikbereich keine Stoffe abgeben dürfen, die Gesundheit oder Produktqualität beeinträchtigen. Diese Sicherheit kann bei Rezyklat derzeit nicht garantiert werden.

Rechtlicher Rahmen – verständlich erklärt

Für Materialien mit Lebensmittelkontakt gilt die Rahmenverordnung (EG) Nr. 1935/2004 . Sie schreibt vor, dass Verpackungen keine Bestandteile an Lebensmittel abgeben dürfen, die gesundheitlich bedenklich sind.

Rezyklat erfüllte diese Anforderung aktuell nicht zuverlässig. Deshalb sind Rezyklat-Eimer für Lebensmittel- und Kosmetikanwendungen ausgeschlossen.

Zusätzlich gewinnen regulatorische Vorgaben wie das Verpackungsgesetz (VerpackG) und die PPWR (EU-Verpackungsverordnung) eine Bedeutung. Diese fördern Recycling und Kreislaufwirtschaft, heben jedoch bestehende Sicherheitsanforderungen nicht auf.

Typische Fehlannahmen aus der Praxis

In Beratungsgesprächen stoßen wir immer wieder auf ähnliche Annahmen:

  • „Rezyklat ist doch immer erlaubt, oder?“
  • „Gibt es Rezyklat für Lebensmittel?“
  • „Rezyklat ist schlechtere Qualität.“

Unsere Erfahrung bei SANDAU zeigt: Rezyklat ist keineswegs automatisch schlechter, aber nicht universell einsetzbar . Entscheidend ist die richtige Anwendung – nicht nur das Material.

Nachhaltigkeit mit Augenmaß

Rezyklat ist ein wichtiger Baustein für nachhaltige Verpackungen. Gleichzeitig bleibt Neuware notwendig , insbesondere überall dort, wo Sicherheit, Hygiene und gesetzliche Vorgaben höchste Priorität haben.

Ein verantwortungsvoller Einsatz bedeutet, beide Lösungen gezielt und regelkonform einzusetzen – genau hier setzen wir bei SANDAU an.

Fazit

Rezyklat-Eimer sind sinnvoll, nachhaltig und leistungsfähig – aber nur im richtigen Anwendungsbereich . Für Non-Food-Anwendungen wie Farben, Industrie und Spezialchemie sind sie eine sehr gute Lösung.

Für Lebensmittel, direkten Lebensmittelkontakt und Kosmetik bleiben Eimer aus Neuware die einzig zulässige Wahl.


Gerne beraten wir Sie zur passenden Materialwahl für Ihren Einsatzbereich.

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Weitere Grundlagen finden Sie in unserem kompletten Ratgeber für Kunststoff- & PP-Eimer .

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