Eimer für Gefahrenstoffe & Chemie: Was ist erlaubt – und worauf muss man achten?
In Branchen wie Farben & Lacke, Bauchemie oder Spezialchemie stellt sich häufig die Frage: Brauche ich für mein Produkt einen UN-zertifizierten Eimer – oder nicht? Die Antwort ist weniger pauschal, wie viele vermuten.
Wir bei SANDAU sehen oft, dass Chemie automatisch mit Gefahrgut gleichgesetzt wird. Tatsächlich gilt: Nicht jedes chemische Produkt ist Gefahrgut – und nicht jeder Einsatz erfordert einen UN-Eimer.
Was bedeutet „Gefahrenstoff“ – und was „Gefahrgut“?
Ein höchstes Irrtum in der Praxis ist die Vermischung dieser Begriffe. Gefahrenstoffe sind Stoffe mit bestimmten gefährlichen Eigenschaften (z. B. reizend, entzündlich oder umweltgefährlich). Als Gefahrgut werden Stoffe bezeichnet, die beim Transport besondere Vorschriften einhalten.
Entscheidend ist auch nicht allein der Inhalt, sondern die Kombination aus Stoff, Transportweg und Verpackung.
Wann ist ein UN-Eimer erforderlich?
Ein UN-zertifizierter Eimer ist immer dann erforderlich, wenn ein Produkt als Gefahrgut eingestuft ist und entsprechend transportiert wird. Die UN-Zertifizierung bestätigt, dass das Gebinde definierte Prüfungen bestanden hat – etwa auf Dichtheit, Stapelbarkeit und mechanische Belastung.
Wichtig: Nicht jedes chemische Produkt ist automatisch Gefahrgut. Viele Produkte aus der Bauchemie oder dem Farbenbereich benötigen keine UN-Eimer, solange sie nicht als Gefahrgut eingestuft sind.
Orientierung: Benötige ich einen UN-Eimer?
Dieses Tool bietet eine unverbindliche Orientierung. Maßgeblich für die Verpackungswahl sind ausschließlich die Angaben im Sicherheitsdatenblatt (SDB/SDS) und die geltenden Transportvorschriften.
Rechtlicher Hinweis:
Dieses Tool ersetzt keine Gefahrstoff- oder Gefahrgut-Einstufung. Verbindlich sind ausschließlich die Angaben im Sicherheitsdatenblatt (SDB/SDS) sowie die jeweils geltenden Transportvorschriften (z. B. ADR).
Gerne prüfen wir anhand Ihres Sicherheitsdatenblatts die passende Verpackung.
Was sagt die UN-Kennzeichnung aus?
UN-Eimer tragen eine standardisierte Kennzeichnung, z. B. beginnend mit „1H2“. Diese gibt Auskunft über Bauart, Material und die zugelassene Verpackungsgruppe.
In der Praxis bedeutet das: Der Eimer wurde geprüft und ist für den Transport gefährlicher fester Stoffe zugelassen, sofern die angegebenen Bedingungen eingehalten werden.
Materialwahl bei Gefahrenstoffen
Bei SANDAU bestehen UN-zertifizierte Eimer aus PP-Neuware . Dieses Material bietet die notwendige Stabilität, chemische Beständigkeit und Reproduzierbarkeit, die für UN-Prüfungen erforderlich ist.
Rezyklat-Eimer sind für Gefahrenstoffe nicht geeignet. Der Grund liegt nicht in mangelnder Qualität, sondern in der fehlenden Möglichkeit, Materialeigenschaften für UN-Zulassungen eindeutig und dauerhaft zu garantieren.
Typische Fragen aus der Praxis
-
Brauche ich für mein Produkt einen UN-Eimer?
Nur, wenn es als Gefahrgut eingestuft ist und entsprechend transportiert wird. -
Was bedeutet UN-Zertifizierung überhaupt?
Sie bestätigten, dass der Eimer definierte Transportprüfungen bestanden hat. -
Ist jeder Chemie-Eimer automatisch Gefahrgut?
Nein. Viele chemische Produkte sind nicht als Gefahrgut eingestuft. -
Kann ich Rezyklat für Gefahrenstoffe nutzen?
Nein. Für UN-zugelassene Gefahrenstoffverpackungen ist PP-Neuware erforderlich.
Rechtlicher Rahmen – verständlich eingeordnet
Für den Transport gefährlicher Güter gelten internationale Vorschriften (z. B. ADR). Diese schreiben vor, dass Gefahrgut nur in geprüften und zugelassenen Verpackungen befördert werden darf.
Zusätzlich greifen nationale Regelungen wie das Verpackungsgesetz (VerpackG) . Diese fördern nachhaltige Verpackungen, ersetzen jedoch keine sicherheitsrelevanten Anforderungen.
Fazit
Nicht jeder chemische Stoff erfordert einen UN-Eimer. Entscheidend ist die Einstufung als Gefahrgut und der geplante Transport.
UN-zertifizierte Eimer aus PP-Neuware sind dort notwendig, wo Sicherheit, gesetzliche Vorgaben und Haftung keine Kompromisse erlauben. Rezyklat ist für diese Anwendungen nicht vorgesehen.
Gerne beraten wir Sie zur passenden Verpackung für Ihre chemischen Produkte und klären, ob eine UN-Zertifizierung erforderlich ist.
Weitere Grundlagen finden Sie in unserem kompletten Ratgeber für Kunststoff- & PP-Eimer .